Die genauen Kenntnisse über die physikalischen Vorgänge während der Lasermaterialbearbeitung bilden eine wesentliche Grundlage für die Neu- bzw. Weiterentwicklung von Laserapplikationen. Da viele Laserprozesse sehr lokal und hochdynamisch ablaufen, sind in der Regel sowohl räumlich als auch zeitlich hochauflösende Messverfahren notwendig. Die gewonnen Messdaten können darüber hinaus zur Überwachung oder zur Qualitätssicherung von Laserverfahren verwendet werden.


Mit der Interferometrie steht ein hochpräzises Messverfahren zur Verfügung, bei dem kleinste Änderungen an einem Objekt aufgrund einer äußeren Beeinflussung ermittelt werden können. Dazu zählen thermische oder mechanische Belastungen am Untersuchungsobjekt. Am LHM werden vor allem Michelson- und Mach-Zehnder-Interferometer für die präzise Ermittlung von sehr kleinen optischen Wegstrecken- oder Brechungsindexänderungen eingesetzt.

Mit der Infrarotthermografie wird ein Messverfahren genutzt, mit dem berührungslos die Temperatur von Körpern bestimmt werden kann. Am LHM stehen mehrere Wärmebildkameras, z. T. mit einer Temperaturauflösung von 0,1 K, zur Verfügung. Der Messbereich umfasst Temperaturen von -40 bis 1200 °C. Es können minimale Objektgrößen bis ca. 1 mm² thermografiert werden. Dabei gibt es hinsichtlich der Materialauswahl keine Einschränkungen. Es ist möglich, sowohl Glas, Keramiken, Kunststoffe als auch Metalle zu untersuchen.

Die zeitlich hochaufgelöste Beobachtung von Laserprozessen stellt einen wesentlichen Baustein der Prozessanalyse dar. Der Einsatz von Hochgeschwindigkeitskameras sowie die Verwendung von Methoden wie Pump & Probe, tragen erheblich zum Verständnis und zur Optimierung von Laserprozessen aller Art bei. Am LHM sind das Know How und die technische Ausrüstung vorhanden, um aufschlussreiche High-Speed-Untersuchungen durchführen zu können.