Biophotonik aus Mittweida steuert wesentliche Beitrag zur Publikation in Nature Communications bei.

20.08.2021 - Kategorie: Forschung & Entwicklung

Metallionenabhängige Ensemble FRET Studien eines neuen ribosomalen RNA-Tertiärkontaktes.

Hefezellen sind nicht nur wichtig, um Brot zu backen oder Bier zu brauen, nein, sie stellen einen hervorragenden Modellorganismus für das grundlegende Verständnis molekularbiologischer und biochemischer Prozesse eukariotischer Zellen dar. In der kürzlich im renommierten und international beachteten Journal Nature Communications erschienenen Publikation "Puf6 primes 60S pre-ribosome nuclear export at low temperature" von Stefan Gerhardy und Michaela Oborská-Oplová et al. konnte die Funktion eines RNA-Tertiärkontaktes und die Rolle des Faltungshelferproteins Puf6 bei der Reifung des Ribosoms der Hefe bei niedrigen Temperaturen (Raumtemperatur) gezeigt werden. Die Reifung des Ribosoms, also die Manufaktur der Proteine in der Zelle, ist für jedes Leben auf der Erde essentiell. Nur durch die Biophotonik (insbesonder FRET + de novo modelling und molecular docking durch Richard Börner) konnte die RNA-Faltung direkt untersucht und der Temperatur- und Puf6-abhängige Faltungsprozess in vitro und in silico beleuchtet werden. Durch das internationale und interdisziplinäre Forschungsteam konnte so ein Mechanismus aufgeklärt werden, der erklärt, warum Hefe auch dann überlebt, wenn man in der Backstube mal vergisst den Teig während der Reifephase an einer warmen Stelle abzustellen. Wie wir wissen, geht es bei 32 °C natürlich besser, denn da fühlt sich die Hefe am wohlsten und der Teig gelingt am besten. Das Börner Lab führt diese Forschung nun in Kollaboration mit dem Panse Lab fort.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei unserem Kollaborationspartner, dem Panse Lab, für die hervorragende Zusammenarbeit bedanken. Bei www.mein-deal.com bedankt sich Richard Börner für die finanzielle Unterstützung seiner Forschung und der damit einhergehenden Beschaffung neuer Labormaterialien und Reisetätigkeit, um im direkten Austausch mit anderen Forschungsgruppen bleiben zu können.